Runder Tisch Stadtkultur

Auf der Suche nach einem breiten Kulturformat für die Menschen in Falkensee (aus dem Stadt-Journal 06/22)

Gegründet hatte sich das Kunst- und Kulturforum Falkensee 2019, um die alten Produktionshallen des Biobäckers in der Bahnhofstraße zu übernehmen. Als dieser Plan dann kurzfristig platzte, wurde aus der Not eine Tugend gemacht und nach Alternativen gesucht. Mit der Alten Stadthalle wurde ein weiterer Versuch unternommen, ein stadtgeschichtlich relevantes Gebäude in einen Kreativhotspot zu transformieren, doch auch diese Kampagne scheiterte letztlich. Was dem Elan der Köpfe des Vereins jedoch keinen Abbruch tat. Im Gegenteil, der Verein stellte sich mit der Zeit breiter auf und entwickelte auch kleinteiligere Veranstaltungsformate und Kulturprojekte. Wie es aber in der näheren Zukunft konkret weitergehen wird? Das soll am 25.06.22 ab 18:00 Uhr in einer offenen Diskussion („Runder Tisch Stadtkultur“) mit Vereinsmitgliedern und der interessierten Öffentlichkeit erarbeitet werden.

Raumsuche

Ziel des Vereins ist es nach wie vor, langfristig in Falkensee einen festen Ort für die Kultur- und Kreativwirtschft zu etablieren, der nicht nur die Bedarfe von Künstler*innen für Ateliers, Ausstellungflächen oder Werkstätten decken, sondern vor allem auch als kreativer Begegnungsraum für die Stadtgesellschaft dienen soll. Über Generationen und Kulturen hinweg könnte eine zentrale Anlaufstelle für Erleben, Arbeiten und Genießen das sein, was Falkensee noch fehlt. Vorstandsmitglied und Projektentwickler Andreas Foidl dazu: „Wichtig für die Etablierung eines solchen Ortes ist, ihm ein Fundament zu geben. Eine Geschichte zu entwickeln, die den Raum für die Menschen nahbar macht und sie zum Verweilen einlädt. Denn nur so lässt sich ein solches Konzept nachhaltig und erfolgreich umsetzen. Falkensee hat das Potenzial, ein inspirierender Ort zu werden. Es muss nur mal etwas gewagt, ausgetretene Pfade verlassen werden. Ein Stadtlabor täte uns gut, in dem wir Falkenseer*innen mitwirken, ausprobieren, diskutieren, feiern, scheitern und gewinnen und all das mit Freude und Achtsamkeit. Wenn uns das gelänge, müssten wir nicht mehr voller Neid nach Berlin oder Potsdam schauen.“

Stadtgestaltung

Neben der Suche nach Räumlichkeiten beteiligt sich der Verein auch rege an der Zentrumsgestaltung. Die 1. Vorsitzende, Michaela Ibach, ist Vertreterin für die Kulturlandschaft Falkensees in der Lenkungsgruppe Innenstadt und setzt dort mit ihren Mitstreiter*innen Impulse für mehr Leben in Falkensees Mitte. „Was wir momentan hauptsächlich vorantreiben, sind kleinteilige Formate und Projekte, die zur Aufwertung des Zentrums führen“, so Ibach. „Mit dem Falkenseer Fotomarathon konnten wir im letzten Jahr in Kooperation mit dem Jugendforum eine gleich bei der ersten Durchführung sehr erfolgreiche Veranstaltung ins Leben rufen, die nicht nur Jung wie Alt begeistern konnte, sondern auch viele Facetten der Innenstadt umfasste. Geplant ist, den Wettbewerb dauerhaft einmal im Jahr durchzuführen. Daneben sind wir gerade auf der Zielgerade bei der Aufstellung der ersten Büchertauschzelle der Stadt, die im Sommer im Rahmen der Neueröffnung des Falkenhagener Angers für alle Bücherfreund*innen zugänglich gemacht werden soll. Diese Projekte und viele mehr müssen wir in den nächsten Jahren weiterentwickeln, um unsere Stadt auch kulturell attraktiv zu gestalten.“

Kultursprachrohr

Doch wozu dann gleich ein Verein und nicht nur konkret abgestimmte Aktionen? „Die Kulturszene in Falkensee ist sehr weitläufig und sehr vielfältig“, weiß Jonathan Manti, 2. Vorsitzende*r des Vereins. „Doch bisher ist die Resonanz in der Öffentlichkeit, der Stadtpolitik und der Verwaltung eher gering. Genau an dieser Stelle möchten wir ansetzen. Wir verstehen uns vor allem als Vernetzungsorgan. Mit Made in Falkensee haben wir ein breites Netzwerk an Künstler*innen, die wir noch stärker zueinander und an die ganze Stadtgesellschaft bringen müssen. Es gibt viele andere Vereine, die tagtäglich Kultur machen, aber sich noch stärker vernetzen müssen, um ein starkes Sprachrohr bilden zu können, so wie es beispielsweise die Falkenseer Sportvereine seit Jahren erfolgreich tun. Kunst und Kultur dürfen sich nicht länger verstecken, wir müssen uns den Menschen präsentieren und sie für uns begeistern.“